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Tuning Technik

Rennsportbremse

Rennsportbremsen sind leistungsorientiert ausgelegt. Wirtschaftlichkeit und Komfort werden bei der Konstruktion fast völlig vernachlässigt.

Die Leistungsfähigkeit wird am Beispiel einer Formel 1 Bremsanlage verdeutlicht. Eine Verzögerung aus 300 km/h auf 100 km/h sind nach 85 m und in 1,3 Sekunden möglich. Dies entspricht 4 g. Um dies zu erreichen müssen Druckgradienten von über 280 bar/s erzeugt werden. In einem PKW sind es ca. 50 bar.

brembo-rennsport-bremseDie Bremszangen, sind grundsätzlich sehr steif ausgelegt. Dadurch verringert sich der Pedalweg und die Verzugszeit bis zum Ansprechen der Bremse wird verringert. Zusätzlich müssen sie besonders leicht sein, da die Masseverteilung eines Rennwagens einen entscheidenden Einfluss auf die Leistungsfähigkeit hat. Das Bremszangengehäuse kann einteilig, welches entweder gegossen oder geschmiedet wird, oder mehrteilig aus Leichtmetallguss hergestellt werden. Um die Oberflächenhärte zu erhöhen, werden die Gehäuse harteloxiert oder vernickelt.

Der Bremskolben besteht zumeist aus eloxiertem Aluminium mit Titaneinsatz, um die Bremsflüssigkeit vor der Hitze zu isolieren. Standard im Rennsport sind 8 Kolben in einem Festsattel.
Reibungsmaterialien werden in zwei Gruppen eingeteilt: organische oder halbgesinterte Bremsbeläge, die mit Gussbremsscheiben eingesetzt werden, sowie Karbonbremsbeläge. Diese Bremsbeläge werden ausschließlich mit Karbonbremsscheiben verwendet.

Vorteile von Karbon:
• Gewicht: Dichte beträgt 1/5 gegenüber Stahl oder Gusseisen
• Thermische Leitfähigkeit: Verbundwerkstoff
• Temperaturbeständigkeit: geringeres Bremsfading

Nachteil:
• Kosten: zehnmal höher als Gusseisenbremsscheiben

Durch die Verwendung von Karbonbremsen erhält der Fahrer eine viel konstantere Bremswirkung. Sie erlaubt eine bessere Modulation des Bremsvorgangs und somit eine bessere Kontrolle über das Fahrzeug.

Bei der Leistungssteigerung des Motors sollte auf keinen Fall die Leistungsanpas¬sung der Bremsanlage verzichtet werden.

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